Besichtigung des Kraftwerks Moorburg in Hamburg

Am 23. März 2018 besuchte der RV Hamburg das Kraftwerk Moorburg. An der rund vierstündigen Besichtigung nahmen 30 Mitglieder des A.E.C. RV Hamburg und des Verbands Deutscher Eisenbahn Ingenieure (VDEI) teil.Das Kraftwerk Moorburg liegt im Süden Hamburgs direkt an der Süderelbe unweit der Kattwykbrücke.
Das Kohlekraftwerk wurde im Jahre 2015 in Betrieb genommen, nach rund elf jähriger Planungs- und Bauzeit. Es ist eines der effizientesten fossilen Kraftwerke in Europa.
Es kann bis zu 75% des Hamburger Strombedarfs decken.

Um 15 Uhr wurden wir von Frau Bode im Besucherzentrum des Kraftwerks begrüßt. Dann hörten wir etwas über die Geschichte des Kraftwerks und seine heutige Bedeutung für die Energieversorgung der Stadt Hamburg. Trotz wachsender Bedeutung der erneuerbaren Energien ist das Kohlekraftwerk Moorburg mit seiner Leistung von bis zu 1650 Megawatt für die Energieversorgung der Stadt noch unverzichtbar.
Frau Bode erläuterte uns genau die Funktion des Kraftwerks und welche Umweltschutzauflagen beim Bau des Kraftwerks beachtet wurden. Ein besonderer Wert wurde auch auf den Schutz der in der Elbe vorkommenden Fische gelegt. Es wird verhindert, dass größere Fische in das aus der Elbe entnommenen Kühlwasser gelangen. Kleine Fische werden aus dem Kühlwasser mittels eines „Fischfahrstuhls“ aus dem Kühlwasser gefischt und werden in die Elbe zurückgeführt. Bei unserem Besuch wurde kein Kühlwasser aus der Elbe entnommen, sondern die Anlage über den Kühlturm gekühlt.
Als zusätzlich Ausgleichsmaßnahme wurde noch an der Elbstaustufe Geesthacht Europas größte „Fischtreppe“ mit einer Länge 550 m errichtet.

Gegen 17 Uhr verließen wir das Besucherzentrum und machten uns auf den Weg durch das Kraftwerksgelänge.
Als erstes besuchten wird eines der beiden Kohlereislager. Die runden Hallen sind fast 60 m hoch und fassen jeweils 150.000 Tonnen Kohle. Von dort gingen wir über die Förderbandbrücken, die die Kohle ins Kesselhaus transportieren, zu den Kaianlagen, wo die Kohle aus den USA und Russland mit Schiffen ankommt. Die Greifer der Entladekräne fassen mit einem Griff 20 Tonnen Kohle.
Weiter ging es dann über die Wasseraufbereitung ins Kesselhaus. Im Kesselhaus befinden sich zwei 99m hohe Kessel, die die zu Kohlenstaub gemahlene Kohle mit einer Temperatur von über 2000 Grad Celsius verbrennen.
Danach hatten wir die Gelegenheit mit den Aufzug auf das Dach des über 100 m hohen Kesselhauses zu fahren. Von dort hatten wir einen schönen Ausblick auf den Hafen und die Skyline von Hamburg. Nun ging es weiter in das Maschinenhaus.
Im Maschinenhaus treibt der Dampf mit einer Temperatur von 620 Grad und einen Druck von 276 Bar die beiden vierteiligen Turbinen an. Die Turbinen drehen sich mit 3000 Umdrehungen pro Minute und treiben die Generatoren an, die den Strom erzeugen.
Danach konnten wir noch einen Blick in den Leitstand des Kraftwerks werfen. Von dort wird das gesamte Kraftwerk, vom Kohlelager bis hin zum in das Netz eingespeisten Strom gesteuert.
Weiter ging es zu den Rauchgasreinigungsanlagen. Dort werden die schwefelhaltigen Rauschgase mit Hilfe von Kalksteinmehl und Wasser gereinigt. Es fällt dabei Gips an, der an die Bauindustrie verkauft wird. Das gereinigte Rauchgas steigt dann mit einer Temperatur von ca. 60 Grad aus dem 130 m hohen Kamin.

Gegen 19 Uhr endete unser Besuch des Kraftwerks Moorburg. Wir haben einen sehr guten Einblick in die beeindruckende Technik des Kraftwerks bekommen.